adrianoesch

skitouren von gps-tracks im geo-admin portal

In random on 25. August 2015 at 11:15

ich habe kürzlich die skitouren von gps-tracks.com heruntergeladen, von unnötigem ballast befreit und via kml-datei auf dropbox in das geo-portal vom bund integriert. die routen sind mit den routenbeschrieben auf gps-tracks.com verknüpft, einfach auf die route klicken und dem link folgen.

hier der link zur archivierung: https://s.geo.admin.ch/668b8c2220

über individualisierte news – ein wunschkonzept

In internet & gesellschaft, medien on 15. Juli 2013 at 22:31

der news-reader markt ist durch die schliessung des google-reader ziemlich in bewegung gekommen. das ist erfreulich, jedoch fehlt mir eine gewisse dienstleistung schon seit längerem. ich wünschte mir eine art rss-reader, der wahlweise eine auf mich abgestimmte priorisierung der artikel vornimmt – eine art individueller relevanz-filter. im idealfall wäre ein solcher algorithmus transparent und auch von der benutzerseite her manipulierbar. da es mehrere open-source rss-reader gibt, spiele ich immer wieder mal mit dem gedanken, mich selber dem code anzunehmen, aber meine wenigen php erfahrungen werden da sehr wahrscheinlich nicht ausreichen. nichtsdestotrotz habe ich mir bereits ein paar gedanken zu einem priorisierungssystem gemacht, die ich hier gerne teile.

eine individuelle priorisierung würde ich auf folgenden drei grundpfeiler aufbauen:

  1. der inhalt: worum geht es im artikel? wie sieht die beziehung des users zu den tags aus? welche kombination von tags wurde vom user in der vergangenheit wie viel mal angeklickt?
  2. die quelle: vom wem kommt der artikel? wie sieht die beziehung des users zu der quelle aus? wie sieht das verhältnis der gelesenen artikel zu den ungelesenen artikel dieser quelle aus? gibt es spezielle kombinationen von tags und quellen? (z.b. lese ich den scripting blog von dave winer sehr gerne, finde aber sein lokalpolitischen ausflüge nicht gleichermassen interessant wie seine übrigen artikel.)
  3. das umfeld: wie hat mein umfeld auf den artikel reagiert? wer mit welcher reputation hat was wo geliket/ geteilt?

die grosse schwierigkeit wird es sein, die nötigen daten für die geforderten informationen zu erhalten und sinnvoll zu verknüpfen. und selbstverständlich ist diese auflistung bei weitem nicht vollständig (z.b. alter, sprache & länge der artikel). nichtsdestotrotz halte ich dies für machbar.

es gibt bereits einige dienste, die in diese richtung gehen, aber eine zufriedenstellende lösung habe ich noch nicht entdeckt.

fever: habe ich leider nicht probieren können, da ich keinen eigenen server miete. aber den beschreibungen nach, werden „nur“ die globalen shares und likes in eine priorisierung miteinbezogen. viel interessanter wären die shares und likes aus dem userspezifischen umfeld.

zite: leider nur als app benutzbar. man kann anfangs interessensgebiete angeben, die dann in unterschiedliche streams aufgeteilt werden. die app analysiert dann das leseverhalten, was in personalisierten streams resultiert. so viel ich weiss, hat das soziale umfeld keinen einfluss auf die gewichtung.

prismatic: diese plattform hat etwas. durch die verknüpfung des prismatic-accounts mit twitter, facebook und google sollte der dienst eigentlich gleich schon zu beginn recht viel von mir wissen, was sich jedoch bei meinen tests nicht bestätigte. ich habe anfangs auf ein paar artsy links geklickt, was sich nun darin zeigt, dass mir fast nur noch artikel mit kunstbezug gezeigt werden (das ändert sich nun zwar langsam, ist jedoch mühsam). zudem hätte ich doch eine gut gepflegte feed-liste. auf anfrage meinte ein prismatic mitarbeiter zwar, dass mein rss-feeds aus dem ehem. google-reader abgefischt wurden, jedoch ist mir bisher noch kein einziger artikel aus meinen rss-abonnements untergekommen. wie kann das sein? ein rss-abo zu haben, heisst doch genau, dass mich dessen inhalte interessieren. ich muss hingegen zugeben, dass ich oftmals innert kürzester zeit auf viele spannende artikel stosse (was allerdings auch durch meine breit gestreuten interessen erklärt werden könnte).

etwas fehlt jedoch bei allen diensten, die ich bisher kennen gelernt habe. bei keinem kann ich meinen stream bewusst manipulieren. die individuelle manipulation des algorithmus wäre meiner meinung nach aber enorm wichtig, da man oftmals andere sachen „will“ als die, die man „tut“. anders gesagt: nur weil ich sehr wenige artikel von xy lese, heisst das nicht unbedingt, dass ich sie nicht in meinem stream sehen will. eine solche information kann kein computer von mir erfahren, ausser ich sage es ihm explizit. auch kann es sein, dass ich unabhängig von zeit und ort (was ja theoretisch noch einen faktor in der priorisierung sein könnte), manchmal in der einen schublade was lesen will, und dann wieder in der anderen. die bewusste manipulierung und unterteilung wäre deswegen meiner meinung nach ein wichtiges merkmal.

ich bin mal gespannt, was facebook derzeit zusammenschustert. über die user-daten würden sie ja verfügen, nur ist deren zielgruppe wahrscheinlich eine andere. dass die filterung des webs und somit die priorisierung der inhalte allerdings von grosser bedeutung ist, halte ich für unbestritten.

über sinnhaftigkeit, varianz und innovation

In copyright, internet & gesellschaft on 13. Mai 2012 at 19:22

ein wirres gedankenspiel.

heute wurde bei mir ein artikel über youtube angespühlt, durch welchen ich verschiedene bereits hier im blog angedeutete sichtweisen bestätigt sehe. ich werde die fäden etwas weiter spinnen…

tl;dr: these: toleranz von sinnlosigkeit führt zu varianz. varianz führt zu innovation. innovation führt zu dominanz.

youtube ermöglicht es jedem holzkopf videos hochzuladen. für jeden erfahrenen youtuber ist es offensichtlich, dass auf der plattform sehr viel müll herum schwimmt. auch wenn youtube nur wenige offizielle zahlen veröffentlicht, denke ich, darf man davon ausgehen, dass nur ein minimaler bruchteil der videos sich finanziell lohnen. das heisst, nur die wenigsten clips werden so oft angesehen, dass die werbung mehr ertrag abwirft, als fürs hosting aufgewendet wird. es wird strenggenommen also querfinanziert. rihanna ermöglicht mit ihren milliarden klicks zugleich den sinnlosen kommentar von peter muster. youtube könnte doch aber auch nur mit ausgewählten partner zusammenarbeiten? google würde so doch ungemein geld einsparen können? sie tun das jedoch nicht, und wie ich meine aus gutem grunde. genau darin sehe ich das erfolgsrezept von youtube, vielleicht digitalien allgemein.

die toleranz unwirtschaftlicher videos führt zu einer ungeheuren varianz. und genau diese grosse varianz gekoppelt mit sozialen bewertungsmechanismen befördert immer wieder perlen aus den untiefen des internetdschungels. ich werde regelmässig überrascht, was es alles auf youtube gibt. mit unter diese innovationskraft macht für mich ein grossteil der faszination youtube aus. vor allem weil sie subjektive sinnlosigkeit in derart grossem ausmass tolerieren, ermöglichen sie sinnselektion.

ich habe in älteren blogposts (1 & 2) bereits versucht aufzuzeigen, dass sinn nicht gestiftet, sondern selegiert wird. neues wird immer zuerst als sinnlos bewertet. mit den worten lobos: quatsch ist systemrelevant. ich meine damit auch mit einerseits sartre zu argumentieren, der meinte, die existenz geht der essenz voraus. der sinn eines objekts stellt sich erst durch den gebrauch ein und kann sich auch verändern. und andererseits interpretiere ich auch dirk baecker dahingehend, wenn er davon schreibt, dass jedes neue medium, überschusssinn mit sich bringt. wenn eine gesellschaft innovativ sein möchte, dann sollte sie darum bemüht sein, möglichst viel sinnlosigkeit zu tolerieren. je mehr varianz es in einer gesellschaft gibt, desto wahrscheinlicher ist innovation. (übrigens auch peter kruse meint, dass resonanz nicht vorhersagbar ist. wie genau resonanz mit sinnfindung zusammenhängt, wird hoffentlich mal ein separater blogpost.)

zurück zu youtube. das phänomen youtube ist nur möglich, weil die kosten des hostings und der transaktion extrem gesunken sind. die digitalisierung ermöglicht, mit gleichbleibendem finanziellen aufwand ein bisher unerreichtes mass an sinnlosigkeit zu tolerieren. und darin liegt die innovationskraft und somit überlebenskraft von youtube, das in internetjahren gerechnet nun ja doch schon eher zum älteren eisen gehört ;)

so viel zum jetzigen zeitpunkt. vielleicht ist das alles auch nur blullshit, trotzdem habe ich das gefühl (!) am ende dieses argumentationsmusters ein licht zu sehen ;) still a long way to go: wieviel sinnlosigkeit verträgt eine gesellschaft? welche parameter beeinflussen toleranz? wie hat sich gesellschaftliche varianz geschichtlich gesehen entwickelt? wie hängen querfinanzierung am beispiel youtubes nochmal mit der kopierfreudigen jugend von heute zusammen? mehr später.